Geschichte des Gideonbundes

Wie alles anfing …

An einem Septembertag im Jahr 1898 wollte John H. Nicholson aus Janesville, Wisconsin (USA), im „Central House“ in Boscobel, Wisconsin, übernachten. Da das Haus bereits überfüllt war, schlug man ihm vor, ein Doppelzimmer mit einem Geschäftsmann aus Beloit, Wisconsin, – Herrn Samuel E. Hill – zu teilen. Die beiden Männer fanden schnell heraus, dass sie beide Christen waren. Während sie an diesem Abend gemeinsam in der Bibel lasen und miteinander beteten, gab Gott ihnen eine Idee ins Herz, aus der später der Internationale Gideonbund entstand.

Die Gründung

Am 31. Mai 1899 beschlossen sie, zusammen mit William J. Knights – einem weiteren Geschäftsmann, den John H. Nicholson bereits ein Jahr vorher auf ähnliche Art und Weise getroffen hatte – eine Vereinigung christlicher Handelsreisender zu gründen. Ihre Zielsetzung sollte es sein, sich gegenseitig zur persönlichen Evangelisation zu ermutigen und gemeinsam in der Öffentlichkeit dem Herrn Jesus Christus zu dienen. Für Sonntag, den 1. Juli 1899, wurde ein Treffen im CVJM-Heim in Janesville geplant, zu dem William J. Knights alle ihm bekannten christlichen Handelsreisenden einlud. Zu seinem Bedauern erschien jedoch keiner der Eingeladenen. Nicholson, Hill und Knights ließen sich jedoch nicht entmutigen und gründeten noch am selben Tag die geplante Vereinigung. Sie dachten lange darüber nach, wie sie diese nennen sollten und wählten schließlich nach einer Gebetsgemeinschaft den Namen „Gideon“ aus dem 6. und 7. Kapitel des Buches der Richter.

Hintergrund und weitere Entwicklung

 Die kleine Vereinigung wuchs beständig. Da in den ersten Jahren fast alle Gideons Handelsreisende waren, kam die Frage auf, wie man ein noch besseres Zeugnis in den Hotels, in denen man so viel Zeit verbrachte, sein könne. So entstand die Idee, am Empfang eines jeden Hotels eine Bibel auszulegen, durch die der Gideonbund später bekannt wurde. Gideon war ein Mann, der bereit war, genau das zu tun, was Gott von ihm verlangte, ungeachtet seiner eigenen Meinung. Daher streben die Gideons es an, Menschen durch das Verteilen von Bibeln christliche Werte zu vermitteln. Als Grundlage für das Handeln der Gideons in der Öffentlichkeit dient unter anderem die folgende Aussage im Grundgesetz: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen.“  

Die Gideons in Deutschland

Nach Deutschland kam die Gideon-Arbeit Mitte der 50er Jahre. Damals, im Jahre 1956, kam John N. Englund aus Pasadena, Kalifornien, als Abgesandter des Internationalen Ausdehnungsausschusses der Gideons nach Deutschland, um hier die Gideonarbeit aufzubauen. Die ersten Gruppen entstanden in Berlin und Frankfurt. Am 19. Januar 1958 wurde die Satzung des Gideonbundes in Deutschland ins Vereinsregister Wuppertal eingetragen. Bis 1965 ging die Arbeit nur schleppend voran. Erst bei der 4. Jahreskonferenz, die im Jahr 1965 in Wuppertal stattfand, gab es den Durchbruch. Von diesem Zeitpunkt an wuchs die deutsche Gideonarbeit stetig und konnte mit der großzügigen Hilfe unserer amerikanischen Brüder nach und nach systematisch aufgebaut werden.

Entwicklung in Deutschland

Im Jahr 1972 wurde die deutsche Gideon-Arbeit als „nationale Vereinigung“ mit Geschäftsführer und Geschäftsstelle in Wetzlar vom Internationalen Vorstand anerkannt. Nach wie vor erhielten wir von den USA finanzielle Hilfe für den Bibel- und Verwaltungsfonds. Im Jahr 1980 wurden wir „selbstständige nationale Vereinigung“. Seit diesem Zeitpunkt kommen wir für die Kosten der Bibeln und Verwaltung selbst auf, und ein deutscher Gideon ist Mitglied des internationalen Vorstandes. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 4.700 Mitglieder des Gideonbundes, die in 217 Gruppen organisiert sind. Weltweit sind circa 280.000 Mitglieder in über 190 Gideon-Ländern tätig. Bis heute haben die Gideons über 2,2 Milliarden Bibeln weitergegeben.